Gilbert Lupfer erhält das Bundesverdienstkreuz.
NS-Raubgut
Koloniale Kontexte
Kriegsverluste
SBZ / DDR

Auszeichnungen für Prof. Dr. Gilbert Lupfer und Prof. Dr. Wiebke Ahrndt

Ehemaliger Vorstand und Förderbeiratsmitglied erhalten Bundesverdienstkreuz am Bande.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gratuliert dem ehemaligen Vorstand des Zentrums, Prof. Dr. Gilbert Lupfer, sowie dem Mitglied des Förderbeirats „Koloniale Kontexte“, Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, ehemalige Präsidentin des Museumsbundes und Direktorin des Übersee-Museums Bremen, zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung würdigt ihre besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland. 

Prof. Dr. Gilbert Lupfer

Gilbert Lupfer ist untrennbar mit der institutionellen Etablierung und Öffnung der Provenienzforschung in Deutschland verbunden. Seit seiner Berufung zum Vorstand im Jahr 2017 – zunächst im Ehrenamt, ab 2020 in hauptamtlicher Funktion – hat er das Zentrum strategisch klug und mit wissenschaftlicher Tiefe weiterentwickelt. Unter seiner Leitung wurde das Zentrum zu einer anerkannten Anlaufstelle für Forschende sowie für Museen, Sammlungen und internationale Partnerinstitutionen und zugleich zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für Nachfahr:innen von Verfolgten und Geschädigten. Der Ausbau des Forschungsfeldes – über NS-Raubgut hinaus zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten sowie Kulturgutentziehungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR – wurde in seiner Amtszeit maßgeblich vorangetrieben. Damit konnte die Stiftung aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen aufgreifen und zugleich neue Impulse für wissenschaftliche Debatten setzen.

Nach der Promotion 1995 in Tübingen und der Habilitation 2002 in Dresden war Gilbert Lupfer über viele Jahre als apl. Professor für Kunstgeschichte an der TU Dresden tätig. In den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat er seit 2002 zentrale Forschungsprojekte verantwortet – darunter „Museum und Kunst in totalitären Systemen“, das wegweisende „Daphne“-Projekt für Provenienzforschung und Digitalisierung sowie später die Leitung der Abteilung für Forschung und wissenschaftliche Kooperation. Vor seinem Amtsantritt als Vorstand, war Gilbert Lupfer dem Zentrum bereits als Mitglied des Förderbeirats eng verbunden.

Als Kunsthistoriker mit fundierter Museumserfahrung führte Gilbert Lupfer Forschung und Praxis, Politik und Öffentlichkeit zusammen. Sein Anspruch an Genauigkeit und Differenzierung ist bis heute prägend – ebenso wie seine Überzeugung, dass Provenienzforschung mehr ist als eine technische Disziplin: Sie ist immer auch ein ethisches Projekt, das sich den offenen Fragen der Geschichte stellt. Die Haltung, für die das Zentrum steht – wissenschaftlich fundiert, historisch reflektiert, institutionell verantwortlich – hat Gilbert Lupfer in seiner Amtszeit sichtbar mitgeprägt. 

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt 

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, ehemalige Präsidentin des Deutschen Museumsbundes und Direktorin des Übersee-Museums Bremen, zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Museumslandschaft. 

Ein besonderes Anliegen ist ihr die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe in Museen und Sammlungen. Unter ihrer Leitung entstanden im Deutschen Museumsbund über viele Jahren hinweg richtungsweisende, praxisnahe Leitfäden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Seit 2019 gehört sie dem Förderbeirat „Koloniale Kontexte“ des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste an und begleitet die Förderung der Provenienzforschung in diesem Bereich von Beginn an. Mit ihrer fachlichen Expertise und ihrem großen Engagement setzt sie wichtige Impulse für eine wissenschaftlich fundierte, transparente und verantwortungsvolle Erforschung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. 

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gratuliert Prof. Dr. Gilbert Lupfer und Prof. Dr. Wiebke Ahrndt herzlich zu dieser hohen Auszeichnung und dankt ihnen für ihr langjähriges, herausragendes Engagement.

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Der Bundesverdienstorden ist die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwesen vergibt. Die Auszeichnung wird durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Er berücksichtigte damit die Vorschläge des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.