Ausstellungsbanner zur Ausstellung "Besitzen Sie Gemälde...?"
NS-Raubgut

Digitale Ausstellung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs

„Besitzen Sie Gemälde…?“ zeigt den NS-Kunstraub in den Akten der Vermögensverwertungsstelle Berlin.

Die Online-Ausstellung der Provenienzforschung des sog. OFP-Projekts am Brandenburgischen Landeshauptarchiv zeigt ab sofort anhand von sechs Biografien, wie die Reichsfinanzverwaltung den nationalsozialistischen Kunstraub ermöglichte.

Zum OFP-Projekt

Der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (OFP) war als regionale Finanzbehörde ab 1942 für die systematische Verwertung des Vermögens der emigrierten und deportierten NS-Verfolgten zuständig. Eigens dafür richtete der OFP Anfang 1942 eine Dienststelle ein: die Vermögensverwertungsstelle. Zahlreiche der im Zuge dieser Verwertung angelegten personenbezogenen Akten sind im Teilbestand Rep. 36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) überliefert.
In der ersten Phase des OFP-Projekts wurden ca. 42.000 Akten restauriert und digitalisiert. Seit Februar 2024 sind die Akten für alle Forschenden in der Archivdatenbank digital verfügbar. 

In der aktuellen Projektphase werten die Provenienzforscherinnen die digitalisierten Akten aus dem aus, um Hinweise zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kunst- und Kulturgut zu finden. Sie dokumentieren, wie die Behörden und viele weitere gesellschaftliche Akteure das Vermögen der Verfolgten erfassten und zugunsten der Staatskasse vollständig veräußerten. 

Ziel ist es, die Wege geraubter Kunst- und Kulturgüter von ihrer Erwähnung in den Akten bis zu ihrem heutigen Standort zu rekonstruieren.

Zur Ausstellung

„Besitzen Sie Gemälde?“ – diese Frage mussten Jüdinnen und Juden kurz vor ihrer Deportation in einem Behördenformular beantworten. Den Geschichten der Verfolgten gegenüber gestellt ist das weitgespannte Netzwerk jener, die sich am größten Raubzug der deutschen Geschichte beteiligten und davon profitierten – vom Nachbarn über die Gebrauchtwarenhändlerin bis zu den staatlichen Museen.

In jeder Akte der Vermögensverwertungsstelle, die im OFP-Projekt durchleuchtet werden, verbergen sich Biografien von Menschen, die durch die nationalsozialistische Verfolgung auch ihren Besitz verloren – darunter Kunst- und Kulturgüter.

Sechs Beispiele aus den Akten zeigen, welche unterschiedlichen Wege die geraubten Objekte nahmen, wie die NS-Finanzverwaltung sie dokumentierte und welche Lebensgeschichten sich dahinter befinden.

Zur digitalen Ausstellung: https://raub-kunst-verwaltung.de/ 
Über das Projekt: https://blha.brandenburg.de/blha/de/news-projekte/projekte/das-ofp-projekt/# 
Zur Archivdatenbank: https://blha-recherche.brandenburg.de/de/#/home