Ausschnitt der Titelseite des Leitfadens
Koloniale Kontexte

Launch eines neuen Leitfadens

Die Publikation „Tracing Loot from the Boxer War in China“ wird online und in Berlin vorgestellt.

Wir freuen uns, Sie zur Vorstellung unserer neuen Publikation „Tracing Loot from the Boxer War in China. A Research Guide for Public and Private Collections“ einzuladen.

Die Geschichte deutscher Museen ist eine Geschichte kolonialer Verflechtungen. Dies gilt nicht nur für die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika oder im Pazifik, sondern auch für China. Während des sogenannten Boxerkriegs (1900–1901) beteiligte sich das Deutsche Kaiserreich an der internationalen Militärintervention gegen die antiimperialistische Yihetuan-Bewegung und entsendete rund 20.000 Soldaten nach China. Im Verlauf des Krieges gelangten unzählige Kunst- und Kulturgüter aus privaten, öffentlichen und kaiserlichen Beständen nach Deutschland – vielfach als Folge von gewaltsamen Aneignungen und Plünderungen.

Die kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Sammlungsgeschichte ist ein wichtiger Bestandteil der heutigen Museumsarbeit. Um interessierten Akteur:inne, Museumsfachleuten und Entscheidungsträger:innen den Einstieg in die Provenienzdokumentation zu Objekten zu erleichtern, die während des sogenannten Boxerkriegs geplündert wurden, wurde im Rahmen des deutsch-chinesischen Projekts Spuren des ‚Boxerkrieges‘ in deutschen Museumssammlungen – eine gemeinsame Annäherung ein Forschungsleitfaden entwickelt.

Der Forschungsleitfaden bietet:

  • eine kurze Beschreibung des „Boxerkriegs“
  • eine Einführung in die Orte, Akteure und Mechanismen der Plünderungen
  • Fallstudien zu Objekten in deutschen Sammlungen
  • praktische Hinweise zur Einleitung von Provenienzkontrollen
  • einen umfangreichen Anhang mit wichtigen Recherchehilfen.

Der Leitfaden entstand in Kooperation der folgenden Museen:

  • Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main 
  • Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin 
  • Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin 
  • Museum Fünf Kontinente, München 
  • GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig 
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 
  • Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt, Hamburg

unter der Leitung des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin und in Zusammenarbeit mit dem Palastmuseum von China.

Wir laden herzlich zu zwei Terminen zum Launch des Leitfadens ein:

Digitaler Launch via Zoom
Mittwoch, 16. September, von 14-15 Uhr MEZ / 20-21 Uhr CST / 8-9 Uhr EDT
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit chinesischer Übersetzung statt.
Weitere Informationen hier: https://kulturgutverluste.de/termine/international-launch-tracing-loot-boxer-war-china-research-guide-public-and-private 

Präsenzveranstaltung im Humboldt-Forum Berlin
Freitag, 25. September, um 17 Uhr 
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Weitere Informationen hier: https://kulturgutverluste.de/termine/launch-der-publikation-tracing-loot-boxer-war-china-research-guide-public-and-private 

Zum Projekt „Spuren des ‚Boxerkrieges‘ in deutschen Museumssammlungen – eine gemeinsame Annäherung“