Neue Ausstellung im Linden-Museum
Das Linden-Museum zeigt von 28. September 2025 bis zum 7. Juni 2026 die Ausstellung „Kulturerbe vom Kilimandscharo. Celebrating Womanhood“.
Das Museum bewahrt rund 450 Objekte aus dem Kulturerbe der Chagga in Nordtansania; die Gegenstände gelangten zwischen 1885 und 1918 während der deutschen Kolonialzeit oft in gewaltvollen Kontexten nach Stuttgart. Viele stehen in Verbindung mit entscheidenden Stationen im Leben von Mädchen und Frauen – Ereignisse, die mit Festen, Gesang und Tanz begangen wurden und den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärkten. Beim Transfer nach Deutschland und im Lauf der Zeit ging jedoch viel Wissen verloren. Heute wird es gemeinsam mit Mitgliedern der Chagga rekonstruiert und in Bezug zur Gegenwart gebracht.
Von 2023 bis 2025 erforschte Dr. Valence Silayo, Fellow der Gerda Henkel Stiftung, die Sammlung mit Archivarbeit, Fokusgruppen und Gesprächen mit Familien, die sich als Nachkommen jener verstehen, die Kolonialherrschaft und Gewalt erlebten. Die Ausstellung verbindet historische Objekte mit aktuellem Wissen und vielfältigen Perspektiven – und zeigt, welche Bedeutung dieses über 100 Jahre alte Kulturerbe bis heute hat.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://lindenmuseum.de/celebrating-womanhood/
Am 28. April 2025 veranstaltete das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ein Kolloquium in Berlin zum Chagga-Kulturerbe im Linden-Museum Stuttgart unter dem Titel „Starting point, not the final point. Provenance Research on Chagga Cultural Heritage at the Linden-Museum Stuttgart and its Implications”.