Provenienzforschung in Bildung und Vermittlung
Das Haus Bastian – Zentrum für Kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz lädt zum Arbeitskreis „Objektgeschichten, Erinnerung und Vermittlung. Impulse und Methoden" im Rahmen des Projekts „Kunst. Raub und Rückgabe – Vergessene Lebensgeschichten" ein. Der erste Termin findet am 15. April 2026, von 15:00 bis 18:00 Uhr, im Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung auf der Museumsinsel in Mitte statt.
Ziel ist es, Provenienzforschung praxisnah mit Vermittlungs- und Bildungsarbeit zu verknüpfen. Im Fokus stehen Fragen danach, wie Provenienzforschung im NS-Kontext vermittelt werden kann, welche Ansätze sich in unterschiedlichen institutionellen Kontexten bewähren und wie sich Biografiearbeit und Objektgeschichten miteinander verbinden lassen.
Der Arbeitskreis ist praxisorientiert angelegt und kombiniert Best-Practice-Inputs mit Workshops. An jedem Termin werden Projekte, Methoden und Werkzeuge für die Bildungsarbeit vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Im Mittelpunkt stehen Austausch, kollegiale Reflexion und die Entwicklung praxisnaher Ansätze. Die vorgestellten Methoden sollen gesammelt und anschließend als Handreichung zur Verfügung gestellt werden. Eine regelmäßige Teilnahme ist wünschenswert, aber keine Voraussetzung.
Der Arbeitskreis richtet sich an Akteur:innen aus Museen, der (schulischen und außerschulischen) Bildung, Vermittlung, aus Sammlungen, Archiven und Forschung.
Die Termine werden von Lisa Hell und Paulina Kerber moderiert.
Die Termine im Überblick
I. Vermittlung zu Provenienzforschung und Restitution
15.04.2026, 15:00 - 18:00 im Haus Bastian
Wie lassen sich Provenienzforschung und Restitution in die Bildungsarbeit einbinden? Mitarbeiter:innen des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin geben eine Einführung in zentrale Begriffe und Fragestellungen. Zudem wird die Kampagne „#StolenMemory" der Arolsen Archives vorgestellt, bei der persönliche Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge an Angehörige zurückgegeben werden.
II. Interdisziplinäre Bildungsarbeit im Kontext von NS-Vermittlung
07.05.2026, 15:00 - 18:00 im Haus Bastian
Der Workshop stellt Projekte an der Schnittstelle von historisch-politischer und kultureller Bildung vor, die sich mit Kontinuitäten von Ausgrenzung sowie Antisemitismus und Rassismus auseinandersetzen. Impulse kommen von 7xjung - dem Lernort von Gesicht Zeigen! – und Désirée Galert, Bildungsreferentin im Bereich diskriminierungskritische Antisemitismusprävention, multiperspektivischer Holocaust Education und Expertin im Umgang mit Emotionen zu diesen Themenfeldern. Es werden Methoden vorgestellt und gemeinsam auf ihre Übertragbarkeit in die eigene Bildungsarbeit reflektiert.
III. Arbeiten mit Angehörigen in der Vermittlung
17.09.2026, 15:00 - 18:00 im Haus Bastian
Wie können Perspektiven von Angehörigen NS-Verfolgter sensibel in Bildungsarbeit eingebunden werden? Der Workshop beleuchtet biografisches Arbeiten in Provenienzforschung und Vermittlung. Vorgestellt werden Erfahrungen aus dem Projekt „Welche Stimme haben wir?“ der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sowie aus dem Projekt „Kunst. Raub und Rückgabe - Vergessene Lebensgeschichten“.
IV. Vernetzte Erinnerung - transhistorische Vermittlung
26.11.2026, 15:00 - 18:00 im Haus Bastian
Wir diskutieren, wie sich die verflochtenen Geschichten von Kolonialismus und Nationalsozialismus vermitteln lassen. Ein Praxisimpuls aus dem Projekt „Entangled Memories“ des Humboldt Forums zeigt Ansätze multiperspektivischer Bildungsarbeit.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe werden zentrale Erkenntnisse des Arbeitskreises zusammengeführt.
Eintritt und Teilnahme ist kostenfrei.
Eine Anmeldung wird empfohlen unter https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/haus-bastian-zentrum-fuer-kulturelle-bildung/veranstaltungen/veranstaltungsreihe/arbeitskreis-objektgeschichten-erinnerung-und-vermittlung-impulse-und-methoden/