Ermittlung von Erb:innen zu NS-Raubgut-Fällen im Bestand der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Jana Kocourek
PositionAbteilungsleiterin Handschriften, Alte Drucke und Landeskunde
Tel.+49 (0) 351 4677 520
E-MailJana.Kocourek @ slub-dresden.de
Seit 2011 wurden über 300.000 Bände aus den Beständen der Sächsischen Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB Dresden) auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut (NS-Raubgut) überprüft. Die systematische Durchsicht umfasste Teilbestände beider Vorgängereinrichtungen des Hauses: der Sächsischen Landesbibliothek (SLB) und der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Dresden (UB). Dabei wurden fast 27.000 individuelle Provenienzmerkmale dokumentiert, von denen nach aktuellem Stand ca. 1.000 Merkmale sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auf NS-Raubgut hinweisen. Damit sind in mehr als 300 Einzelfällen tiefe Recherchen notwendig. Dies betrifft NS-Raubgut aus der Verfolgung von Jüdinnen und Juden sowie aus religiöser, weltanschaulicher und politischer Verfolgung in Deutschland und in den besetzten Gebieten.
Eine Ermittlung der Voreigentümer:innen bzw. Rechtsnachfolger:innen mit anschließender Restitution konnte in der SLUB seit 2018 bisher bei 31 ermittelten NS-Raubgut-Fälle erfolgen. Die SLUB Dresden verfolgt mit diesem Projekt das Ziel, in den über 300 Fällen NS-verfolgungsbedingten Kulturgutentzugs Erb:innen und Rechtsnachfolger:innen für Personen und Körperschaften zu identifizieren. Dies ist die Voraussetzung für eine mögliche Restitution oder gerechte und faire Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien.
© Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden