Prüfung der Bestandszugänge 1933–1945 auf NS-verfolgungsbedingten Entzug in der Lippischen Landesbibliothek
Die Lippische Landesbibliothek/Theologische Bibliothek und Mediothek wurde 1614 als Gräflich-öffentliche Bibliothek gegründet. Sie ging aus landesherrlichem Besitz 1919 an den Freistaat Lippe und wird seit der Eingliederung des Freistaats in das Land NRW (1948) vom Landesverband Lippe getragen. Sie ist heute eine wissenschaftliche Universalbibliothek mit regionalem Profil in Lippe. Von 19331945 wurde die Bibliothek durch Dr. Eduard Wiegand (18931979) geleitet. Wiegand war ein überzeugter Nationalsozialist und NSDAP-Mitglied der ersten Stunde. Neben dem allgemeinen Bestandsaufbau im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie spezialisierte sich Wiegand darauf, Zeugnisse zur NSDAP und ihren Gruppen, aber auch beschlagnahmte und von den Nationalsozialisten verbotene bzw. "unerwünschte" Schriften sowie Objekte von oppositionellen Parteien sowie von erklärten "Gegnern" der Parteiideologie, etwa Gewerkschaften, Freimaurer-Logen oder jüdischen Gemeinden, in der sog. "Zeitgeschichtlichen Sammlung" zusammenzutragen. Ausgehend von diesem Bestand strebt die Bibliothek an, ihren Zugang an Druckschriften in den Jahren 19331945 auf NS-Raubgut zu untersuchen und eine gerechte und faire Lösung im Sinne der "Washingtoner Prinzipien" (1998) und der "Gemeinsamen Erklärung" (1999) zu finden.
© Lippische Landesbibliothek/Theologische Bibliothek und Mediothek