Zum Nachhören: „Verschlungene Wege: Das Netzwerk der westlichen Handelsvertreter der Kunst und Antiquitäten GmbH“ | Kolloquium Provenienzforschung
Die 1973 gegründete Kunst und Antiquitäten GmbH (KuA) hatte die Aufgabe, Kunstwerke und Gebrauchtwaren aus der DDR gegen Devisen ins Ausland zu verkaufen. Trotz des Eisernen Vorhangs gelang es der KuA, einen kontinuierlichen Export von Kunstgegenständen und Antiquitäten auf den Kunstmärkten im Westen zu etablieren. Eine zentrale Rolle spielten dabei offensichtlich westliche Handelsvertreter, die im Auftrag der KuA, jedoch unter eigenem Namen auftraten und die Objekte u.a. an Museen in der Bundesrepublik oder an Firmenkunden und Privatpersonen weltweit veräußerten.
Janine Kersten, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Museum, forscht seit 2024 im Rahmen eines DZK-Grundlagenforschungsprojekt zu diesem Thema. In ihrem Vortrag gibt sie Einblicke in die Arbeits- und Funktionsweisen der Handelsvertreter. Sie beleuchtet die Strategien zur Verschleierung der Herkunft der Waren und analysiert die Veräußerungsmechanismen, über die mutmaßlich auch eingezogenes oder enteignetes Kulturgut in westliche Absatzmärkte gelangte.