Erste Bestandsprüfung ethnografischer Objekte der Kunstmuseen Krefeld mit Blick auf koloniale Kontexte

Förderbereich:
Koloniale Kontexte
Zuwendungs­empfänger:
Kunstmuseen Krefeld
Bundesland:
Nordrhein-Westfalen
Projekttyp:
Kurzfristig
Projektlaufzeit:
bis
Beschreibung:

Die Sammlungen der Kunstmuseen Krefeld umfassen einen kleinen Bestand an sogenannten ethnografischen Objekten außereuropäischer Herkunft, die zwischen 1891 und 1930 im Kontext des europäischen Kolonialismus und der deutschen Kolonialgeschichte ihren Weg nach Krefeld fanden. Gegründet im Jahr 1897, verfolgte das Kaiser Wilhelm Museum zu dieser Zeit ein Sammlungs- und Ausstellungs-programm, das volkstümlicher Kunst einen besonderen Stellenwert zuschrieb. "Volkskunst", zu der auch kulturelle Erzeugnisse afrikanischer, asiatischer und ozeanischer Gesellschaften gezählt wurden, sollte der lokalen Kunst- und Designproduktion als Quelle der Inspiration dienen. In diesem Rahmen wurde auch eine Reihe von Gegenständen aus Afrika, Süd- und Ostasien sowie Ozeanien erworben, zumeist über den Kunsthandel. Dieser bisher nur unzureichend dokumentierte Objektbestand wurde von Anfang Oktober 2022 bis Ende März 2023 in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finanzierten Projekt zunächst erfasst und verzeichnet. Darüber hinaus wurden die gesellschaftlichen Kontexte ermittelt, in denen die Objekte entstanden, und den Umständen ihrer Aneignung nachgegangen. Zugleich wurde so auch die Rolle dieser Objekte in der Geschichte des Museums näher bestimmt. Im Rahmen des Projekts konnten kaum Provenienzketten aufgedeckt werden, die bis zur Aneignung im Herkunftsland reichen. Die Recherche reichte zumeist nur bis zu verschiedenen im europäischen Kunst- und "Ethnographica"-Handel aktiven Firmen.

Die Ergebnisse des Projekts wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Zudem fließen die Projektergebnisse in die Präsentations- und Publikationsreihe der Sammlungssatelliten und in das Forschungsprojekt "Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur" ein.

© Kunstmuseen Krefeld